Was ohne mich zu tun ist
- Luci, das Leben und andere Lästigkeiten
- 21. März
- 2 Min. Lesezeit

Heute im Angebot: gute Nachrichten, schlechte Nachrichten, ein Geständnis.
Zuerst etwas Schlechtes: Ich weiß leider weiterhin nicht wie wir aus der Nummer herauskommen, dass uns jederzeit ein unentdeckter Asteroid auslöschen könnte. Professor M. (siehe letzte Kolumne „Houston, we have a problem“) ist verschwiegen geblieben.
Das Geständnis: Ich weiß es, Ihr wisst es. Professor M. ist ein Kater. Nichtsdestotrotz hatte ich ein Fitzelchen Hoffnung in die Tatsache gesteckt, dass er, da sein Frauchen Professorin und superschlau ist, mehr über hilfreiche Naturwissenschaften aufgeschnappt und verarbeitet hat als ich und wir uns nach fünf Tagen zumindest telepathisch austauschen können und er mir einen Geistesblitz zukommen lässt zwecks Rettung unseres kleinen traurigen Planeten. Vielleicht ein Katapult, das mehrmals täglich gigantische von allen Katzen dieser Welt produzierte Spucke-Fellbälle, verstärkt durch pissiges Katzenstreu, ins All schleudert und so potentiell gefährliche Himmelskörper in die Tiefen des Alls zurückdrängt. Der Katzenkult des alten Ägypten wäre mit Sicherheit wieder auferstanden. Hach, unsere Retter auf Samtpfoten... Ist aber nicht passiert. Danke für nichts, Professor M.
Gute Nachricht: Ist mir gerade egal. Liegt nicht in meinem Handlungsradius. Bin damit beschäftigt den Kater zu füttern. Sein Frauchen ist operiert worden. Nach dem geglückten Eingriff informierte ich via Kurznachrichten Freunde und Familie. Alles gut. Macht Euch keine Sorgen. Dafür hatte mir meine Freundin eigens eine handgeschriebene Liste mit den Kontaktdaten der wichtigsten Menschen in ihrem Leben überreicht. Und schon denke ich nicht mehr über extraterrestrische Gefahren nach, sondern über mein so ganz und gar nicht aktuelles handgeschriebenes Adressbüchlein, von dem außer mir eh niemand weiß. Sollte mir etwas passieren - also so richtig final passieren - werden viele es nicht erfahren und mich des Ghostens (nie war dieser Begriff passender, ha, ha) bezichtigen. Oder mich schlichtweg vergessen.
Wir speichern einen Kontakt nach dem anderen in unseren putzigen Telefoncomputer ab. Viele ohne Nachnamen. Wir kommunizieren über Monate und Jahre - oft halbanonym - mit Netzfreundschaften. Als der Opa meiner Kinder vor einigen Monaten verstarb, hinterließ er eine vollständige Tabelle mit Namen und Kontaktdaten auf seinem PC. Davon bin ich weit entfernt. Warum? Ist doch total einfach im Gegensatz zu Gästelisten für Geburtstagsfeiern, wo frau tagelang hin- und herüberlegt, wer mit wem ins Gespräch kommen könnte, damit zwischen Schnittchen und Sekt keine peinliche Stille aufkommt. Bei einer Trauerfeier vollkommen egal. Schweigen erwünscht. Gut, kommt auf meine To-Do-Liste: Tabelle mit Namen und Kontaktdaten von Menschen erstellen, die von meinem Ableben erfahren sollen.
Eine andere Liste pflege ich hingegen. Immer, wenn mich ein Lied so mitten ins Herz trifft, kommt es auf meine Was-auf-meiner-Trauerfeier-gespielt-werden-soll-Liste. Ich sag´s Euch: Ein richtig geiler Soundtrack meines Lebens… äh… Todes. Sehr episch. Wahrscheinlich, weil gefühlt jedes dieser Lieder in einer Dystopie der 80er als Soundtrack gedient hat oder hätte dienen können. Das wird richtig gut. Schade, dass ich es nicht mehr erleben werde.
To be continued…

Luci ist passionierte Kaffeetrinkerin, Reiki Meisterin und legt gerne Obst in Mandala Formen. Vor allem überzeugt sie regelmäßig ihre Instagram Follower mit humorvoll-tiefgründigen Texten über die Lästigkeiten die das Leben so mit sich bringt. Mehr auf ihrem Account @leftover_rainbow
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